Die Brauerei

Die Geschichte des Stuttgarter Hofbräus beginnt im 15. Jahrhundert im Kloster St. Luzen, als Franziskanermönche von Graf Eitel Friedrich die Erlaubnis erhielten, Bier zu brauen. In seinem Testament von 1591 begründetet er dieses Vorrecht mit der Schwere des Gottesdienstes und damit, dass die Mönche „Fill singen und lesen missen und im essen und drinkhen den iberfluss nitt haben“. Als "Gegenleistung" belieferten die klösterlichen Brauer den fürstlichen Hof und die Adligen der Umgebung mit ihrem Bier. Von 1600 an wurden ihnen regelmäßig Gerste und Hopfen zugeteilt. 1728 erhielten sie eine offizielle „Braugerechtigkeit“.

Im Zuge der Säkularisation wurde das Kloster St. Luzen aufgehoben, Kirche, Kloster und Brauerei gingen an das Fürstenhaus über. Der Fürst gab die bisherige fürstliche Brauerei in der Oberstadt auf und verlegte die Produktion in die Klosterbrauerei. 1850 ging der Besitz der Klosteranlage an die Sigmaringer Hohenzollern über. 22 Jahre später wurde das Brauhaus mit der Stuttgarter Brauerei "Englischer Garten" zusammengeschlossen. Von nun an nannte man sich "Württembergisch-Hohenzollerische Brauereigesellschaft" und war offizieller Lieferant des königlichen Hofes.

1925 kam die Stuttgarter Brauereigesellschaft Rettenmeyer Tivoli AG mit dem heutigen Sitz in der Böblinger Straße dazu und zehn Jahre später gab sich dieser Zusammenschluss den Namen Stuttgarter Hofbräu. Die gute Qualität lobt auch eine Geschichte von einem aus Hechingen scheidenden Franziskanermönch, der sich mit folgenden Worten an seiner Zellentür verewigt haben soll:

„Oh du gutes St. Luzen-Bier, ich muss fort und du bleibst hier.“ 

Die heute abgerissenen Gebäude der St. Luzen-Brauerei