Die Friedrichsburg

Gleich nach Regierungsantritt im Jahr 1576 begann Graf Eitelfriedrich I. von Hohenzollern-Hechingen den großartigen Neubau eines Renaissanceschlosses. Nahezu 20 Jahre, bis 1595 dauerte der Ausbau des Schlosses, das in Urkunden als „Friedrichsburg“ erscheint. Dieses Stadtschloss füllte den Nordwestteil der umringten Stadt aus.

Hechingen auf dem Merian-Stich aus dem Jahr 1643

Durch den Torturm (1) gelangte man in einen 70 Meter langen schmalen Vorhof, auf dessen östlicher Seite sich Stallungen, die Kanzlei, Gemächer und am Ende die Hauptwache befand.

Nach Westen hin erstreckte sich die vierflügelige Anlage des eigentlichen Schlosses (2). Es enthielt auf vier Stockwerken 127 Zimmer, zudem Nebenräume, zwei Kapellen und einen Gewölbekeller. Der große Festsaal im östlichen Flügel war reichlich mit Stuck, Säulen und Figuren ausgestattet und war 120 Fuß lang und 51 Fuß breit. Seine prachtvolle kassettierte Holzdecke wurde vom Hechinger Meister Anton Bayer gefertigt. Die große Hofkapelle lag im Westflügel. Einige Kreuzwegdarstellungen sind im Hohenzollerischen Landesmuseum, Reliefs vom Altar in der Junginger Pfarrkirche zu sehen.

Kreuzwegstation des Bildhauers Joachim Taubenschmidt aus der ehemaligen Schlosskapelle, Ende 16. Jahrhundert