Eine Legende, die in der Bibliothek der Burg Hohenzollern als bildliche Darstellung zu sehen ist, erzählt, dass das schöne Kirchlein „Maria Zell“ einst hinunter nach Boll verlegt wurde. Über Nacht hätten es jedoch Engel wieder an seinen alten angestammten Platz zurückgetragen.


Was ist der wahre Kern dieser Geschichte?
Als die Bewohner von Zell im 14. und 15. Jahrhundert ihr Dorf verließen, um sich in Boll anzusiedeln, folgte ihnen schließlich auch der Pfarrer von Zell. Boll war eine für die damaligen Verhältnisse schnell wachsende Gemeinde, allerdings ohne Kirche. Diesem Mangel wurde durch den Neubau der ersten St. Nikolauskirche, wahrscheinlich gegen Ende des 15. Jahrhunderts, abgeholfen. Obwohl in Boll nun „die Kirche im Dorf“ war, hielten die Gläubigen an „ihrem“ Maria Zell in unverbrüchlicher Treue fest. Die 1633 durch Brandschatzung ruinierte Kirche wurde wieder aufgebaut und 1655 als Pfarrkirche von Boll geweiht, was sie lange Zeit, bis 1862 blieb.