Die Synagoge in der Pogromnacht 1938

In der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 demolierten Hechinger SA-Männer unter Reutlinger Einsatzleitung die Synagoge in der Goldschmiedstraße. Carl Hamburger, Kultusbeamter der jüdischen Gemeinde Hechingen, war Augenzeuge der Aktion und schrieb seine Erinnerung daran im Exil in den USA nieder:

"Die Nacht vom 9. zum 10. November steht mir ewig in Erinnerung. Ich, meine Frau und mein Kind Hanni mussten zusehen und zuhören, wie unsere schöne, schmucke Synagoge im Inneren vollständig demoliert wurde. So konnten nur Vandalen hausen, so konnten nur die Hunnen zerstören. Sicherlich wäre das Gotteshaus in Brand aufgegangen, wenn nicht Gefahr für die eng angebauten Häuser bestanden hätte. Um 6 Uhr morgens war alles vorüber, die Horde in Zivil zog ab. Jüdische Privatwohnungen wurden nicht heimgesucht, nur die Schaufenster im Geschäft von Otto Hofheimer wurden eingeschlagen. Ich schaute auf die Strasse hinaus und sah, wie Städtische Arbeiter Gebetbücher, Talesim, Zylinder durch die eingeschlagene Synagogentür wieder in die Synagoge schaufelten. Viel Volk stand auf der Straße und schaute sich die 'Sache' näher an, die einen mit hämischem schadenfrohen Blick, die anderen, aber es waren nur wenige, schlugen die Hände zusammen und 'dachten sich ihr Teil'. Die eingeschlagenen Türen und Fenster wurden mit Brettern zugenagelt und damit hörte die Synagoge auf, ein Gotteshaus zu sein; es war eine Ruine, und man kann sagen, dass damit die alte ehrwürdige jüdische Gemeinde Hechingen aufgehört hatte, zu existieren."

Nach der Zerstörung